BARF bei Lebererkrankungen

BARF bei Lebererkrankungen

Foto: Jossi – Fotolia

Die Leber ist das größte innere Organ bei Hund und Katze. Sie kann beim Hund ein Gewicht von bis zu 1,4 Kg auf die Waage bringen. Genauso beeindruckend wie ihre Größe sind ihre unzähligen Aufgaben im Stoffwechsel des Körpers. Die Leber regelt Vorläufe des Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsels, ist zuständig für den Um- und Abbau von Giftstoffen und dient als Speicher wichtiger Eiweiße und Hormone. Zudem reguliert sie den Cholesterinspiegel und produziert die für die Verdauung wichtigen Gallensäuren. Auch die Synthese der Blutgerinnungsfaktoren gehört zu den wichtigen Aufgaben der Leber. Durch das große Spektrum ihrer Funktionen und Aufgaben ist die Diagnose und Behandlung von Lebererkrankungen häufig äußerst komplex und schwierig. Von Vorteil ist jedoch das große Regenerationspotential des Organs, wodurch akute Schäden häufig komplett behoben werden können.

Formen der Lebererkrankungen

Erkrankungen, die beispielsweise durch Viren, Bakterien, Parasiten, Gifte oder Medikamente ausgelöst werden, führen zu einer Entzündung der Leber, die als Hepatitis bezeichnet wird. Bei schweren und anhaltenden Leberentzündungen kommt es zu Vernarbungen in der Leber, da abgestorbene Leberzellen durch Narbengewebe ersetzt werden. Ein solcher Zustand kann nicht mehr geheilt werden.

Zu den Zielen einer diätetischen Behandlung von Leber- und Gallenerkrankungen zählen unter anderem das Aufrechterhalten der normalen Stoffwechselvorgänge, der Ausgleich von Elektrolytstörungen, das Vermeiden eines übermäßigen Anfalls von giftigen Stoffwechselprodukten und die Unterstützung der Regeneration der Leberzellen. Zudem müssen die anderen Organe des Tieres vor Folgeschäden bewahrt werden.

Sinnvolle BARF Diät bei Problemen mit der Leber

Wichtig für die Ernährung bei Lebererkrankungen ist die Reduktion von Protein, da dieses in der Leber verstoffwechselt und gespeichert wird. Ein zu hoher Eiweißanteil würde die Leber zu stark belasten, so dass sie sich nicht regenerieren kann. Um Abbauprozesse der Muskelmasse des Tieres zu vermeiden, muss das wenige, enthaltene Protein aus besonders hochwertigen Quellen stammen. Hierfür eignet sich das hochwertige, frische Muskelfleisch von Rind oder Geflügel. Wichtig ist weiterhin, dass die Ernährung nur einen sehr geringen Fettanteil aufweist. Dies begründet sich in der zentralen Rolle der Leber im Fettstoffwechsel und der Verdauung. Viel Fett bedeutet im Rückschluss viel Arbeit für die Leber und somit eine erhöhte Belastung. Stark marmoriertes Fleisch oder fettige Frischfleischsorten wie Schwein oder Ente sind somit zu vermeiden. Ebenso sollte auf Innereien verzichtet werden, da ihre Abbauprodukte in der Leber verarbeitet werden.

Den Faseranteil reduzieren

Ein herauf gesetzter Faseranteil in der Nahrung führt zu einer verlangsamten Verdauung, so dass die Leber nicht gezwungen ist schnell viele Gallensäuren für diese zu produzieren. Ein hoher Fasergehalt kann somit eine Schonung der Leber bewirken. Der Zusatz von Vitaminen mit antioxidativer Wirkung erwirkt eine Abpufferung von im Körper enthaltenenGiftstoffen. Weniger Giftstoffe führen zu einer Entlastung der Leber, wodurch diese besser heilen kann. Als “antioxidativ” werden die Vitamine A, C, und E sowie das Betacarotin bezeichnet, letzteres ist eine Vorstufe des Vitamin A. Antioxidative Vitamine fangen aggressive Sauerstoffradikale ab, die bei Stoffwechselvorgängen im Körper entstehen können. Besonders reichhaltig hieran sind unter anderem Karotten, Petersilie und Spinat.